Ein Schritt Richtung Zukunft: Digitale Fertigung im deutschen Mittelstand


Ob Cloud-Computing, Internet-of-Things oder Robotik – die Digitalisierung der Fertigung bietet dem deutschen Mittelstand zahlreiche Möglichkeiten, um Betriebsprozesse zu optimieren und effizienter zu fertigen. Gemäß des Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021 erreichen mittelständische Unternehmen, mit 58 von 100 Punkten, einen Digitalisierungsgrad der noch einige ungenutzte Potenziale ausweist. Insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen sind sich häufig unsicher, wo sie beginnen sollen mit dem Digitalisieren ihrer Fertigungen. Dabei mangelt es an Fachkräften, die die Digitalisierungsmaßnahmen umsetzen. Bei den meisten Digitalisierungsprojekten spielt die IT eine Admin-Rolle und schafft die Rahmenbedingung. Umsetzen müssen die Projekte jedoch die Facharbeiter in den jeweiligen Abteilungen. Hinzu kommt eine Unsicherheit vieler beim Beurteilen rechtlicher Fragen, etwa zum Datenschutz.

Vorteile digitaler Fertigung

Zu den Vorteilen digitaler Fertigung zählen auch in der Zerspanung intelligent vernetzte Methoden. Man kann Maschinen untereinander und mit Software vernetzen. Dadurch wird das wirtschaftliche Fertigen kleiner und kleinster Stückzahlen möglich, was wiederum die Wettbewerbsfähigkeit stärkt. Neben die flexiblere Fertigung tritt zudem die Möglichkeit, den Verschleiß von Fräswerkzeugen im laufenden Betrieb zu überwachen, durch den Einsatz digitaler Technik.
Dadurch können Ressourcen geschont werden: indem verhindert wird, dass diese bereits ausgewechselt werden, noch bevor sie ihre maximale Nutzungsdauer erreicht haben.

Zudem gibt es inzwischen auch in der Zerspanungsbranche Internet-Plattformen, auf denen Produkte in Sekundenschnelle in Auftrag gegeben werden können. Dadurch wird die Auftragsplanung nicht nur schneller, sondern auch wesentlich flexibler. In der Praxis bedeutet das etwa, müheloses Priorisieren, Stornieren und Umdisponieren, was sich wiederum direkt auswirkt auf die Kundenzufriedenheit. Durch die optimierte Planung der Aufträge verbessern sich auch die Fertigungsabläufe: sie werden schneller, pünktlicher und werden zunehmend sicherer. Wie eine Kettenreaktion ziehen sich die positiven Auswirkungen datengetriebener Fertigungsplattformen und des schnellen Informationsaustausches der verschiedenen Unternehmensbereiche weiter in die Qualitätssicherung und in die Logistik. Ohne die Unterstützung digitaler Lösungen wäre diese Beschleunigung nicht zu beherrschen.

Risiken und Chancen digitaler Fertigung

Im Wandel industrieller Produktionen lauern jedoch auch Risiken: etwa bei der Auswahl sinnvoller digitaler Fertigungslösungen. Der rapide voranschreitende technologische Fortschritt macht die Lage nicht übersichtlicher. Neben den einzelnen Betrieben wächst der Druck auch auf die gesamte Wirtschaft, die Politik und auf die Gesellschaft, sinnvolle Digitalisierungsstrategien zu entwickeln. Gelingt das, tun sich unzählige neue Chancen auf. Denn passende Strategien sind wichtige Fundamente, um das Zukunftsbild der Industrie 4.0 wirkungsvoll und jeweils passend in die Realität umzusetzen. Dabei wandelt sich auch unweigerlich die Rolle des Menschen: die Wichtigkeit als erfahrener Know-how-Träger steigt, während die Bedeutung als bloßer Umsetzer sinkt.

Es entstehen neue Berufsbilder, die sich um das Entwickeln, Umsetzen, Steuern, Kontrollieren und Verbessern digitaler Systeme kümmern und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine orchestrieren. Doch auch Unternehmen stehen als Organisationen vor neuen Aufgaben. Will die sinnvolle Digitalisierung des eigenen Betriebs gelingen, gilt es einen Plan zu haben, der alle Aspekte einbezieht: die technischen, wie die menschlichen. Denn nur wenn die Unternehmensführung eine Digitalisierungskultur etabliert, die alle Beteiligten über die neuen Aufgaben, Rechte und Pflichten aufklärt, kann die Digitalisierung ihre kraftvollen Vorteile dauerhaft entfalten.

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Neue Wettbewerbsfähigkeit im Mittelstand

Durch die digitale Vernetzung von Methoden, Verfahren, Werkzeugen, Maschinen und Anlagen sowie dem Aufbauen intelligenter Systeme wird die industrielle Produktion flexibler und effizienter. Abläufe in der Fertigung werden dadurch sicherer, aktueller und schneller, was wiederum die Wirtschaftlichkeit verbessert und neue Wettbewerbsfähigkeit schafft. Diese neue Wettbewerbsfähigkeit, mitsamt der freiwerdenden Ressourcen, ermöglicht es Unternehmen, sich darauf zu fokussieren, ihre Prozesse, Produkte und Leistungen stetig zu verbessern und weiterzuentwickeln.

Wem es gelingt, diesen Wandel aktiv zu gestalten, der wird auch künftig bestehen und wachsen können im zunehmend herausfordernden internationalen Wettbewerb – in der Zerspanung wie in anderen Bereichen des deutschen Mittelstandes.