Digitale Angebotskalkulation: So sparen Sie Zeit und Nerven bei Ihren Kalkulationen und Angebotsstellungen


Das Erstellen von Angeboten ist wohl in jedem Unternehmen eine eher ungeliebte Aufgabe – steckt man viel Arbeit in eine genaue Kalkulation, hat man eventuell viel Zeit verschwendet, wenn kein Auftrag folgt. Nimmt man sich weniger Zeit und kalkuliert lediglich grob, kann später das böse Erwachen folgen, wenn sich der Auftrag als teurer zu fertigen erweist als man gedacht hatte.

Mit geringstmöglichem Aufwand zu einem genau und detailliert kalkulierten Angebot – das ist das Ziel. Moderne Technologien bieten interessante Wege zu diesem Ziel, indem sie bekannte und oft genutzte Kalkulationsarten automatisieren.

Virtuelle Fertigung bringt genauere Zeiten

Erfahrene Fertiger analysieren bei der Angebotskalkulation die Zeichnung oder das CAD-Modell darauf hin, wie viele Ecken, Bohrungen, Gewinde und Passungen im Bauteil vorhanden sind und welche Oberflächen und Toleranzen gefordert sind. Auf dieser Basis und unter Berücksichtigung der Materialkosten wird aus der Erfahrung heraus der Preis geschätzt.

Im Prinzip ist es möglich, die automatischen NC-Funktionen des CAM-Systems zu nutzen, um eine grobe Bearbeitung eines Teils zu definieren und eine Simulation laufen zu lassen, um Bearbeitungszeiten recht genau berechnen zu können. Eine real nutzbare Programmierung entsteht dabei noch lange nicht, aber eine Vorstellung davon, wie lange die Bearbeitung dauert.

Diese Methode lässt sich sogar beim Bestellprozess automatisieren. Dabei wird neben der Lohnfertigung von Dreh- und Frästeilen eine Kalkulationssoftware angeboten, die auf Basis eines dreidimensionalen CAD-Modells im STEP-Format die Fertigungskosten kalkuliert – und das auf Wunsch angepasst an die Parameter des eigenen Maschinenparks.

Kalkulation auf Basis abgearbeiteter Aufträge

Wenn sich die Aufträge, die kalkuliert werden sollen, immer wieder ähnlich sind – beispielsweise, weil das Produktportfolio des Unternehmens auf einer überschaubaren Anzahl an Grundprodukten basiert, die kundenindividuell angepasst werden – bietet es sich an, reale Werte aus der Vergangenheit zur Kalkulation zu nutzen. So sind die Ausgangswerte für die Kalkulation noch genauer als bei der ersten Herangehensweise, denn es handelt sich tatsächlich um echte Zeiten.

Will man vergangene Aufträge als Basis der Kalkulation nutzen, müssen zum einen die Bearbeitungszeiten möglichst detailliert vorliegen. Idealerweise werden diese nicht von Hand in die Datenbank eingegeben, sondern an der Maschine automatisch erfasst und über IoT zurückgemeldet und beim Auftrag abgespeichert. So füllt sich die Kalkulationsdatenbank beziehungsweise das ERP-System automatisch mit abgesicherten Bearbeitungswerten für zukünftige Kalkulationen.

Zum anderen muss es möglich sein, in der Vielzahl vergangener Aufträge möglichst ähnliche Aufträge zu finden. Auch hier kann ein altgedienter Mitarbeiter aus dem Gedächtnis heraus oft sehr schnell die passenden Vorbilder finden – einfacher und sinnvoller sind Programme zur geometrischen Ähnlichkeitssuche, die auf Basis der 3D-Geometrie möglichst ähnliche Aufträge finden und zur Auswahl präsentieren.

Allerdings sind geometrisch ähnliche Bauteile nicht unbedingt für die Kalkulation geeignet, wenn andere Parameter nicht passen – beispielsweise Material oder Stückzahlen. Erste, neue Ansätze nutzen künstliche Intelligenz (KI), um möglichst viele Parameter gleichzeitig zu berücksichtigen und so möglichst nahe an die optimale Kalkulation heranzukommen.

Und nicht zuletzt macht es viel Sinn, die tatsächliche Bearbeitungszeit und andere Parameter in einer Nachkalkulation nach Ende des Auftrags mit der Angebotskalkulation zu vergleichen und die Abweichungen zu bewerten, um beim nächsten Versuch noch näher an die heranzukommen. Auch hier kann eine KI Ausreißer identifizieren und von der Einbeziehung in weitere Kalkulationen ausschließen.

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Prinzipien kombinieren für beste Ergebnisse

Beide Ansätze lassen sich kombinieren, indem man mit Hilfe einer KI abgearbeitete Aufträge analysiert und so in die Lage versetzt, anhand eines 3D-Modells Bearbeitungen zu erkennen und mit Zeiten zu belegen. Die KI leitet so quasi aus ähnlichen Aufträgen allgemeine Fertigungsabläufe ab und nutzt diese für die Preisfindung.

Allen Ansätzen ist gemein, dass die Erfahrung, die früher einem Mitarbeiter mit der Zeit zu immer besseren Ergebnissen bei der Kalkulation von Angeboten verhalf, nicht mehr an den Menschen gebunden ist, sondern in einer KI heranwächst und damit nicht verlorengeht, wenn der Mitarbeiter beispielsweise in Ruhestand geht. Und schneller als der Mensch ist die KI auch noch.
Die Digitalisierung erleichtert auch hier die Arbeit und beschleunigt Entscheidungsprozesse.

Hier finden Sie Software für die Angebotskalkulation:
- Spanflug
- up2parts